UNESCO fordert Ganzheitliche Transformation von Lern- und Lehrumgebungen

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Die UNESCORoadmap zum Weltaktionsprogramm “Bildung für nachhaltige Entwicklung” beschreibt im Handlungsfeld 2 das Ziel der “Ganzheitlichen Transformation von Lern- und Lehrumgebungen”. Nachhaltigkeitsprinzipien sollem demnach in  Bildungs- und Ausbildungskontexte integriert werden.

Diese Forderung ist natürlich nichts neues. Dennoch ist die prominente Beschreibung dieses Punktes in diesem Papier eine Bestätigung für alle Akteure, die sich im Handlungsfeld Schule für die Entwicklung und Integration des “Whole School Approaches” einsetzen. Die “Roadmap” richtet sich an alle Bildungsakteure weltweit und ist daher nicht als tatsächlicher Handlungsfahrplan für eine Regierung oder einzelne Akteure zu verstehen. Vielmehr fasst das Dokument wesentliche Merkmale und Zielrichtungen von BNE zusammen und gibt so eine Orientierung für die Entwicklung einer eigenen Strategie.

Die Roadmap wurde im Anschluss an die UNESCO-Weltkonferenz, die vom 10. bis 12, November 2014 im japanischen Aichi-Nagoya stattgefunden hat, veröffentlicht. Sie richtet sich an alle Akteure der Bildung für nachhaltige Entwicklung – von Regierungen und zwischenstaatlichen Institutionen über zivilgesellschaftliche Organisationen, Lehr- und Ausbildungskräften sowie jeden einzelnen Lernenden.

Im Fokus der Roadmap stehen die fünf Aktionsfelder, denen das Weltaktionsprogramm (GAP) besondere Priorität einräumt. In kurzen Texten wird leicht verständlich erklärt, warum der jeweilige Bereich von besonderer Bedeutung für die feste Verankerung von BNE im Bildungssystem ist, auch Beispiele werden genannt. Außerdem zählt die UNESCO die wichtigsten Stakeholder des jeweiligen Aktionsfelds auf, beschreibt Maßnahmen, die ergriffen werden sollten, und welche Wirkung von diesen erwartet wird. Informationen zur globalen Strategie zur Umsetzung des GAP, Mechanismen auf nationaler und internationaler Ebene und zum Evaluierungsprozess runden die Roadmap ab.

Zum Download der deutschen Übersetzung der UNESCO-Roadmap für das Weltaktionsprogramm BNE [PDF]

Zum Download des englischen Originaltexts der UNESCO-Roadmap für das Weltaktionsprogramm BNE [PDF]

Mehr zum Weltaktionsprogramm “Bildung für nachhaltige Entwicklung”

Dieser Text wurde unter Verwendung von Informationen aus dem BNE-Portal www.bne-portal.de erstellt.

BNE Reloaded: Nach dem Ende der UN-Dekade bleibt BNE auf der politischen Agenda

BNE Reloaded: Auch nach dem Ende der UN-Dekade bleibt Bildung für nachhaltige Entwicklung auf der politischen Agenda
Mit dem neuen „Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung“ läutet die UNESCO ab 2015 einen programmatischen Wechsel ein. Mit der Bonner Erklärung vom 30.09.2014 erreicht dieser auch Deutschland. Was bedeuten diese politischen Strategiepapiere für die Praxis?
von Sonja Richter

(Dieser Beitrag als PDF: Richter, Sonja (2014) – BNE Reloaded)

Für alle, die sich im Kontext von Bildung und nachhaltiger Entwicklung engagieren, ist 2014 ein Jahr der Rückschau und des Neubeginns. Dies betrifft vor allem die internationalen politischen Programme und damit verbundene Aktivitäten: Das UIMG_20140929_135656N-Weltprogramm Education for All läuft aus, die Deadline der Millennium Development Goals ist erreicht und die UN-Weltdekade Education for Sustainable Development (Bildung für nachhaltige Entwicklung – BNE) nähert sich ihrem Ende. Die politischen Rahmenprogramme enden jedoch nicht sang- und klanglos. Es herrscht Einigkeit, dass die Verankerung von Bildung, die zu einer nachhaltigen Entwicklung beiträgt, notwendiger ist als je zuvor. Das Ende der UN-Programme bringt deshalb eine Neuorientierung der politischen Agenda mit sich. Weiterlesen

VENRO veröffentlicht “Berliner Erklärung”

Berliner Erklärung vom 20.09.2014: Zivilgesellschaftliche Akteure mischen beim Aufbruch in das Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung mit.
Berlin, 20.09.2014

Im Post-Dekadeprozess der UN-Weltdekade “Bildung für nachhaltige Entwicklung” betonen Vertreterinnen und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen in der sog. “Berliner Erklärung vom 20. 09. 2014″ die Notwendigkeit einer “transformativen Bildung”, um Bildung hinsichtlich des Leitbildes einer nachhaltigen Entwicklung zu verändern.

Die Berliner Erklärung ist Ergebnis der Arbeitsgruppen des Kongresses “Transformative Bildung für eine Zukunftsfähige Entwicklung”, zu welchem VENRO (Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen) am 19. und 20. September nach Berlin eingeladen hatte. Ziel des Kongresses war es, Empfehlungen für die Umsetzung des derzeit diskutierte UNESCO-Weltaktionsprogramms “Bildung für nachhaltige Entwicklung” zu erarbeiten.

In Kooperation mit dem EPIZ Reutlingen beteiligte sich die Fachstelle GLiS auf diesem Kongress bei der Gestaltung eines Workshops zur Rolle von Lehrenden.  Die Teilnehmenden dieses Workshops erarbeiteten folgende Zielempfehlung zur Umsetzung von des 2015 in Kraft tretende BNE-Weltaktionsprogramms im Schwerpunkt “Lehrende”:

In Anlehnung an die Aktualisierung des „Orientierungsrahmens für den Lernbereich Globale Entwicklung werden in Zusammenarbeit von Hochschulen, staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen und im internationalen Austausch BNE-Kernkompetenzen für die Aus- und Fortbildung von Lehrenden aller formalen und non-formalen Bildungseinrichtungen entwickelt und deren jeweilige Standards verbindlich eingeführt. Die im Rahmen der BNE-Dekade eingerichteten und stark nachgefragten Portale (www.bne-portal.de und www.globaleslernen.de) sollen für die Zwecke der Aus- und Weiterbildung als zentrale Plattformen weiter ausgebaut werden.”
[Auszug aus der Berliner Erklärung]

Diese Empfehlung geht in die Abschlusskonferenz der BNE-Weltdekade am 29. und 30. 09. 2014 in Bonn ein.

Weiterlesen:
Berliner Erklärung zum Aufbruch in das Weltaktionsprogramm vom 20. 09. 2014 Von der Struktur zum Projekt – Rückblick auf den VENRO-Kongress

Struktur statt Projekt – Dialog statt Monolog

RÜCKBLICK AUF DEN VENRO-KONGRESS “TRANSFORMATIVE BILDUNG FÜR EINE ZUKUNFTSFÄHIGE ENTWICKLUNG”
vom 19.- 20.09.2014 in Berlin

Mit dem Ende der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005-2014) und dem Auslaufen der großen Weltprogramme (“Bildung für Alle” und “Millenniums-Entwicklungsziele”) wird weltweit die künftige globale Entwicklungsagenda diskutiert.

Auf dem Kongress “Transformative Bildung für eine zukunftsfähige Entwicklung von VENRO (Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen) wurde die Bedeutung von Bildung als die Grundlage für die geforderte weitreichende Transformation von Stakeholdern aus Politik und Zivilgesellschaft hervorgehoben. Zwei zentrale Forderungen kamen in fast allen Plenumsvorträgen und Podiumsdiskussionen auf,  welche auch die zentralen Herausforderungen im schulischen Bereich Globalen Lernens widerspiegeln:

1. Die Forderung nach intensiverem Dialog und Kooperation innerhalb politischer und zivilgesellschaftlicher Akteure sowie zwischen politischen und zivilgesellschaftlichen Akteuren.

Die Veränderung eines an politischen Rahmenbedingungen gebundenen formalen Schulsystem kann nur durch intensive Zusammenarbeit der entsprechenden Ausschüsse und Arbeitsgruppen in Kultus- und Entwicklungsministerium mit staatlichen und nicht-staatlichen Praxisakteuren funktionieren. Ein Beispiel hierfür ist der derzeit laufende Prozess der Überarbeitung des Orientierungsrahmens zum Lernbereich Globale Entwicklung (GLiS berichtete hierzu).

2.  Die Forderung nach Struktur- statt Projektförderung

Auch die Forderung, die “Projektitis” zu behandeln und anstatt immer wieder einzelne Projekte zu fördern, sondern langfristige Strukturen zu unterstützen, stößt bei Praxisakteuren aus dem Schulbereich auf offene Ohren. Während Schulen in Zusammenarbeit mit NGOs relativ einfach abgeschlossene Bildungsprojekte finanziert bekommen, ist es z. B. weitaus schwieriger, eine längerfristige Begleitung zu erhalten. Diese könnte eine Schule aus der Perspektive der Organisationsentwicklung z.B. unterstützen, globale Themen langfristig in allen Bereichen von Schule zu verankern.

Zum Weiterlesen:

Die Berliner Erklärung zum Aufbruch in das Weltaktionsprogramm vom 20.09.2014  ist das Ergebnis dieses Vorkongresses zur Abschlusskonferenz der UN-Weltdekade “Bildung für nachhaltige Entwicklung”.

Das VENRO Diskussionspapier “Globales Lernen als transformative Bildung für eine zukunftsfähige Entwicklung”  gibt Impulse für die Gestaltung des Weltaktionsprogramms in Deutschland nach Abschluss der UN-Weltdekade “Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Rückblick auf das Kongressprogramm “Transformative Bildung für eine zukunftsfähige Entwicklung” vom 19.-20.09.2014 in Berlin

Konferenzmarathon zum Ende der BNE-Weltdekade

Die UN -Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) geht in diesem Jahr zu Ende. Ziel der Dekade war es, das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung in allen Bildungsbereichen zu verankern. Dazu verpflichteten sich alle UN-Mitgliedsstaaten mit dem Ausrufen der Dekade im Jahr 2005. In Deutschland bildet die Dekade den Rahmen für Strategiepapiere und zahlreiche AktivitätenLogo%20Nachhaltigkeit%20lernen-kl.jpg.23000 mit dem Ziel, Themen nachhaltiger Entwicklung in formale und non-formale Bildungs-aktivitäten zu integrieren. Das Ende der Dekade soll jedoch nicht das Ende dieser Bemühungen sein. Bildungskonzepte, die Themen globaler Entwicklung integrieren, sind längst haben längst nicht in allen Bereichen Einklang gefunden. Politische und zivilgesellschaftliche Akteure sind sich daher einig, dass viele Maßnahmen, die während der Dekade gestartet worden sind, weitergeführt werden sollen – national und international. In verschiedenen Gremien wird daher über Folgeaktivitäten nach dem formalen Ablaufen der Dekade diskutiert.

In Deutschland wird der Dekadeabschluss daher von verschiedenen Konferenzen begleitet. Im Zentrum steht hierbei die von der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) ausgerichtete nationale Abschlusskonferenz „10 Jahre Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland“ am 29. und 30. September im World Congress Center Bonn. Über 450 Stakeholder aus Politik, Wirtschaft Zivilgesellschaft werfen einen Rückblick auf die UN-Dekade und konkretisieren Strategien für die weitere Implementierung von BNE in Deutschland. Die Plenumsdiskussionen sind offen für angemeldete Besucher.

Strategien für eine weitere Verankerung von BNE in der deutschen Bildungslandschaft werden von zivilgesellschaftlichen Akteuren auf einer Vorkonferenz  dieses Abschlusskongresses vorbereitet. Unter dem Titel „Transformative Bildung für eine zukunftsfähige Entwicklung“ erarbeiten am 19. und 20. September in Berlin eine Erklärung, die in die Abschlusskonferenz der DUK in Bonn eingebracht wird.

Für die Implementation von Globalen Lernen im schulischen Handlungsfeld sind zivilgesellschaftliche Forderungen und politische Rahmenbedingungen, welche auf beiden Veranstaltungen erarbeitet und verabschiedet werden, von zentraler Bedeutung. Die Fachstelle GLiS – Globales Lernen in der Schule wird daher an beiden Veranstaltungen vertreten sein. Auf dem Vorkongress in Berlin referiert Sonja Richter am zweiten Konferenztag zur Rolle von Lehrenden in einer transformativen Bildung (Workshop 3).

Weitere Informationen:

UN-Dekade mit Wirkung – „10 Jahre Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in Deutschland. Nationale Konferenz zum Abschluss der UN-Dekade, 20. und 30. September 2014 in Bonn: www.bnekonferenz2014.de

Transformative Bildung für eine zukunftsfähige Entwicklung. Vorkongress zur Abschlussveranstaltung der UN Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung, 19.-20.09.2014 in Berlin:

Homepage der UN-Dekade Bildung für eine nachhaltige Entwicklung: www.bne-portal.de